Workshops

Workshopphase:

„Links ist da, wo der Daumen vorn ist“ Was heißt das eigentlich: Links“?
Tobias Schweiger

Es kommt so verlässlich wie der Sonnenuntergang: Die Zeit von Links und Rechts ist vorbei. Fortschrittlich will jede*r sein, der den Menschen Gutes will. Links ist antiquiert, geistig immobil und nicht wirklich schick. Doch genauso verlässlich geht der Mond auf, und ebenso verlässlich gibt es die, die immer ganz genau wissen, was links ist. Dabei steht ihre Überzeugtheit in keinem Verhältnis zu ihrer gesellschaftlichen Wirksamkeit.

In diesem Workshop wollen wir uns damit beschäftigen, was gemeinhin unter links verstanden wird. Was das mit der einmal erfolgreichen Linken zu tun hat und was nicht? Und wir wollen sehen, welche Beziehung der Linken und dem sozialen Fortschritt besteht. Mit diesen Ergebnissen wollen wir abschließend diskutieren, was es heute heißt, links zu sein. Methodenreich und gemeinsam wollen wir uns diese Fragen bearbeiten.

Tobias Schweiger hat Politikwissenschaft und Philosophie in Bremen studiert und macht Master in Internationaler Entwicklung und Sozioökonomie in Wien. Er war Bundessprecher der Jungen Grünen in Österreich und ist nun im Bildungsarbeitsteam von Junge Linke aktiv.

 

Studierendenbewegungen als linke Organisationsform – zwischen Emanzipation und Distinktion
Stefan Christoph

Von Studierendenbewegungen gingen in der Geschichte immer wieder gesellschaftliche und politische Impulse aus. In den vergangenen Jahrzehnten waren studentische Organisationenformen vielfach gleichzeitig mit linken Ideen verknüpft.
Oft verstanden sich studentische Bewegungen auch als politische und ideologische Avantgarde auf deren Ideen die arbeitende Bevölkerung nur gewartet habe. Wo ist bei studentischen Projekten die Trennlinie zwischen linker, emanzipatorischer Bewegung nach vorne und einer Abgrenzung „nach unten“? Wie können Proteste alle gesellschaftlichen Schichten mitnehmen?
Im Workshop wollen wir gemeinsam Texte und andere Quellen studentischer Proteste durcharbeiten und über die Zukunft von Studierendenbewegungen als linker Organisationsform sprechen.

 

Frauen in der Linken – Warum Feminismus progressiv sein muss
June Tomiak, MdA

June Tomiak, Abgeordnete aus Berlin, gibt einen Überblick über Frauen in Politik und Organisation seit Aufkommen der Idee des Feminismus über europäische und deutsche Frauengeschichte, bespricht ob es „Feminismus von Rechts“ geben kann und auch was Konservativer Feminisimus ist und warum dieser kritisch zu hinterfragen ist. Wir sprechen über die Entwicklung von Geschlechtergerichtigkeit auch innerhalb der Grünen und möchten uns über eigene Erlebnisse und Erfahrungen austauschen.

Frauen und Gendertreffen:

The stage is ours! – Redetraining für Frauen
Eva Lettenbauer, MdL

Mit deinen Stärken kannst du andere überzeugen! Wir erarbeiten in diesem Workshop grundlegende Argumentationstechniken, beschäftigen uns mit Sprache als Machtinstrument und schauen uns verschiedene Kommunikationsmuster und – stile exemplarisch an. Einen Großteil der Workshopzeit wollen wir für Praxis-Übungen und strukturiertes Feedback verwenden und so Auftreten und Überzeugungskraft weiterentwickeln. Dieser Workshop ist ein Schutzraum für Frauen*. Unser Austausch bleibt unter uns. Wir empowern uns gegenseitig.

 

Netzwerken gegen das Patriarchat?!” – Was ist Networking und wie können wir davon profitieren?
Jannika Spingler

„Klüngelrunden” kennt jeder. Oft stehen mehrere Gruppen von ausschließlich Männern nach Veranstaltungen zusammen und unterhalten sich über Strategien, Inhalte und auch die ein oder andere Machtposition. Und das Problem daran? Frauen sind komplett außen vor!
In diesem Workshop soll Frauen* vermittelt werden, warum Networking so wichtig ist und wie es uns dabei hilft, das Patriarchat zu stürzen! Wir werden uns theoretisch und praktisch mit diesem Thema auseinandersetzten und zusammen eine nette Zeit haben! Ich freu mich auf euch- Jannika

 

Die Hälfte der Macht?! – Feministische Gesellschaftskritik und junggrüne Geschlechterstrategien
Mariella Kessler

Wir leben im 21. Jahrhundert, das Frauenwahlrecht feiert seinen 100. Geburtstag und der Auftrag zu einer aktiven Gleichstellungspolitik ist in der Verfassung verankert – viele behaupten wir hätten doch schon alles erreicht und Feminismus sei damit überflüssig geworden. Lohnunterschiede, Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen oder tief verankerte Geschlechterrollen zeigen uns jedoch, dass der Kampf um die Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht beendet ist. Geschlecht ist immer noch eine relevante Kategorie, wenn es um die gesellschaftliche Verteilung von Macht, Ressourcen und Sichtbarkeit geht. Doch wie funktioniert das Geschlechterverhältnis eigentlich? Gibt es das Patriarchat noch und was bedeutet es?
Gemeinsam wollen wir uns einen Überblick über dieses komplexe Themenfeld verschaffen und darüber sprechen welche Strategien und Instrumente es bei der GRÜNEN JUGEND gibt, der strukturellen Benachteiligung von Frauen-, Inter- und Transpersonen entgegenzuwirken.

 

Frauenquoten, Quotenfrauen und die Hälfte der Macht
Anne Steuernagel

Kaum geht es um die Quote, hört man oft den Vorwurf, die Frauenquote sei doch eine Diskriminierung von Männern und „Quotenfrauen“ hätten ihre Jobs ohne Quote nie bekommen. Aber fragt ihr euch auch genauso oft, wieso die Hälfte der Macht immer noch nicht den Frauen gehört? Strukturelle Bedingungen in unserer Gesellschaft stellen Frauen nach wie vor vor zusätzliche Hindernisse auf ihrem Weg hin zu Führungspositionen in Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft. Dieser Workshop soll zeigen, welchen Unterschied eine Quote machen kann, welche Argumente für sie sprechen und wieso die Quote trotzdem nicht die perfekte Lösung ist. Aber natürlich ist die Quote nicht nur für unsere Gesellschaft als ganzes interessant, sondern ebenso ein zentrales Instrument der Frauen-, Inter- und Trans-Förderung innerhalb der Grünen Jugend. Deshalb wollen wir ebenso den Fragen nachgehen, wie unsere Quote aussieht, worauf wir beim Quotieren achten und ob es noch Veränderungsbedarf gibt. Der ganze Workshop soll nicht nur Input sein, sondern auch Raum zur Diskussion bieten und ist für Einsteiger*innen geeignet.